Freitag, 29. April 2011

Vom Versuch und Erfolg eine Straßenlizenzplakette zu kaufen

Es gibt in diesem Land nur wenige Straßen, die diese Bezeichnung auch verdienen. Lediglich einige große Hauptstraßen, auf denen vor allem Schwerlastverkehr unterwegs ist, durchziehen das Land, auch die großen Städte und Touristenregionen sind auf Asphalt erreichbar. Ansonsten kommt man auf mehr oder weniger guten Pisten voran, knallt in tiefe Schlaglöcher, erstickt im Staub oder bleibt, wie jetzt zur Regenzeit, im Schlamm stecken. Der Busverkehr wird dann einfach eingestellt. Trotz dieser Widrigkeiten muss für jedes Fahrzeug eine jährliche Straßennutzungsgebühr bezahlt werden. Sicher wird ein Teil dieses Geldes tatsächlich für Instandsetzungen verwendet. Auch die Piste zwischen Ifakara und Lugala war nach einigen Reparaturen ganz passabel – bis zum Beginn des großen Regens, der etliche Abschnitte unterspült und zeitweise unpassierbar gemacht hat.
An den Baustellentafeln der Magistralen prangt in der Zeile des Finanzierers überall das blaue Logo mit den gelben Sternen...

Für die Fahrzeuge des Hospitals muss die Gebühr bei der Districtverwaltung in Morogoro bezahlt werden, ca. 8-10 h Fahrzeit. Die Erledigung derartiger Dinge wird natürlich mit ohnehin geplanten Fahrten nach Dar es Salaam verbunden. Als Nachweis für die Bezahlung erhält man eine Plakette für die Windschutzscheibe, auf der die Gültigkeit vermerkt ist. Die zahlreichen Polizisten auf dem Tan-Zam-Highway gucken gern nach abgelaufenen Plaketten. Auch für unseren Landcruiser war die Erlaubnis zur Straßenbenutzung am 31. März zu Ende. Auf unserer Fahrt nach Dar Anfang April legten wir in Morogoro einen Zwischenstopp ein, haben nach kurzem Suchen das entsprechende Gebäude gefunden. Vom Pförtner werden wir zunächst nach unserem Anliegen gefragt, nur um dann sowieso zu einem Tresen im Erdgeschoss geschickt zu werden, wo sich jeder anmelden muss, egal mit welcher Angelegenheit man kommt. Wie in allen öffentlichen Einrichtungen, so wird man auch hier von unzähligen Beschäftigten umschwärmt. Eigentlich ist Beschäftigte nicht das richtige Wort, denn beschäftigt sind sie gerade nicht, höchstens mit sich selbst.

Eine der Damen am Tresen reicht ein Formblatt herüber, auf dem wir uns mit allen möglichen Daten eintragen müssen und dürfen dann in die 2. Etage. Damit wir auf dem Weg nach oben die Zimmernummer nicht vergessen, wird sie auf einem extra dafür vorbereiteten Zettel notiert und uns in die Hand gedrückt. Im richtigen Büro angekommen blicken wir auf 4 mit Erdnüssen dekorierte Schreibtische und gelangweilte Gesichter. Wir erfahren, dass an diesem Tag leider keine Bezahlung möglich ist, da es keinen Strom gibt und somit die Computer nicht funktionieren. Wir sollten doch bitte morgen wiederkommen. Handschriftlich geht gar nichts, denn wenn man schon Computer und Drucker für die Plakette hat, dann sollen die auch zum Einsatz kommen. Dass es im Haus keinen Strom gibt, wussten die Damen im Erdgeschoss natürlich auch, doch sie haben eben nur die Aufgabe, die Leute in die entsprechenden Büros zu weisen. Uns blieb nichts weiter übrig, als unverrichteter Dinge zu gehen, uns mit abgelaufener Plakette nach Dar zu wagen und zu hoffen, dass wir auf dem Rückweg unser Geld los werden.

Wir sind übrigens unterwegs zweimal angehalten worden und mussten jeweils 10.000 Schilling (ca. 5 Euro) für unsere „Vergehen“ bezahlen, auf die Plakette haben die Polizisten dabei nicht geachtet.

Auf dem Rückweg erfolgt der 2. Versuch mit uns schon bekanntem Ablauf für den ersten Teil. Es sieht gut aus, im Erdgeschoss brennt Licht und wir beeilen uns nach oben zu gelangen. Gegen 14.00 Uhr stehen wir vor dem Tresen im 2. Obergeschoss und werden tatsächlich sofort von einem freundlichen jungen Mann begrüßt, der unsere Papiere begutachtet. Leider ist die verantwortliche Person, die festlegt, wieviel wir zu bezahlen haben, gerade nicht am Platz, es geht erst einmal nichts. Auf unsere vorsichtige Frage, ob und wann sie denn zurückkäme, meinte er, vielleicht in 15 Minuten. Diese Aussage ist hier absolut unverbindlich und kann genauso gut heißen: heute gar nicht mehr, kommt morgen wieder. Nun schilderte ich ihm sehr ausführlich, woher wir kommen, wie beschwerlich die lange Anreise gerade jetzt zur Regenzeit ist, dass wir am selben Tag noch bis Ifakara fahren müssen (dies ist der letzte Ort vor der Wildnis, den die Leute in der Stadt überhaupt kennen) und dass wir kürzlich schon einmal vergebens da waren. Er hatte offensichtlich wirklich Verständnis für unsere Situation und nach dem obligatorischen „pole“ - tut mir leid, versprach er, die Frau zu suchen. Wir waren gespannt.

Peter rannte zwischenzeitlich zum Auto, weil die Parkzeit immer nur für eine halbe Stunde bezahlt werden kann und ist man nicht pünktlich zurück, hat man sofort eine Kralle am Rad. Der junge Mann bedauerte, die Frau nicht zu finden, wir sollten uns einfach noch einen Moment gedulden. Er blätterte noch einmal sehr gewissenhaft in unseren Papieren und meinte, die alte Plakette sei nicht dabei, die müssten wir abgeben. Peter musste zwischenzeitlich ohnehin wieder nachlösen und kratzte die Plakette von der Scheibe.

Mittlerweile waren 2! Stunden vergangen und plötzlich erschien eine den Türrahmen ausfüllende, grimmig blickende Frau, die sich gemächlich zu ihrem Schreibtisch bewegte und offensichtlich nicht damit gerechnet hatte, an diesem Tag ihren Computer noch einmal anstellen zu müssen. Wir erfuhren, dass wir 200.000 Schilling zu zahlen haben – 50.000 Strafe, da wir erst nach Ablauf der Gültigkeit kamen - und dass wir dieses Geld bei der benachbarten Bank einzahlen müssen. Es war längst nach 16.00 Uhr und die Bank geschlossen. Was nun? Der junge Mann war zuversichtlich, dass man uns noch hineinlassen würde, wir waren eher skeptisch. Er begleitete uns ins Erdgeschoss, wo am Tresen erst wieder ein Formblatt auszufüllen war, auf dem u.a. angegeben werden sollte, mit welchen Banknoten man bezahlt, wir hatten 20 Zehntausender.

Die Gittertür der Bank war mit 3 dicken Vorhängeschlössern gesichert, die Haustür stand aber noch auf, so dass unser Rufen gehört wurde. Diesmal übernahm der junge Mann das Erklären, doch der Bankmitarbeiter meinte, es sei unmöglich, jetzt noch Geld einzuzahlen, die Bestände seien gezählt, die Kassen geschlossen. Sehr selbstbewusst verlangte unser Begleiter nach dem Direktor, der auch kam und mich tatsächlich einließ. Hinter mir wurde alles erst wieder verriegelt, ein bisschen komisch war es schon, auf einmal eingeschlossen zu werden. Eine Angestellte wurde angewiesen, ihre Kasse noch einmal zu öffnen, was sie mit mürrischer Mine auch tat. Nach dreimaligem Zählen der 20 Scheine von Hand und ebensooft mit dem Zählautomaten erhielt ich den Zahlungsbeleg und nach ausführlichem Bedanken ging es wieder zurück, um nun das entscheidende Stück Papier endlich zu erhalten.

Zwischenzeitlich waren ca. 30 Minuten vergangen und hätte Peter nicht das Büro „besetzt“, hätten wir sicher endgültig vor verschlossenen Türen gestanden. So aber brannte noch Licht, die Frau thronte noch hinter ihrem Schreibtisch. Sie erfüllte wirklich das Klischee der Beamtenwitze. Nun mussten nur Computer und Drucker funktionieren! Es klappte.

Der junge Mann reichte uns die Plakette mit strahlenden Augen, wie um sagen zu wollen: Wir Tanzanier können auch anders. Als erfrischende Ausnahme hat er diesen Beweis eindrucksvoll erbracht.


Samstag, 23. April 2011

Frohe Ostern

Wir wünschen unseren Familien, Freunden und Bekannten ein frohes Osterfest!

Während in Deutschland die sommerlichen Temperaturen zum Osterspaziergang und Eiersuchen im Grünen einladen, wird sich der wasserscheue Osterhase ganz bestimmt nicht nach Lugala wagen. Es gibt zwar Gummistiefel aber keine Schwimmwesten und auf dem Landweg ist Lugala kaum noch zu erreichen.

Land unter in Lugala

Die Menschen nehmen es gelassen - die nächste Trockenzeit kommt früh genug.

Donnerstag, 31. März 2011

Tatort Lugala

Ende Februar fuhren wir kurzentschlossen für 10 Tage nach Äthopien, es liegt von hier aus quasi vor der Haustür. Die aus Felsen gehauenen Kirchen von Lalibela wollten wir unbedingt einmal sehen und sie sind wirklich beeindruckend, ebenso Axum oder die alte Kaiserstadt Gondar mit ihrer untypischen afrikanischen Architektur. Es war ein abwechslungsreicher Kurzurlaub.

Am Abend unserer Rückkehr war Lugala plötzlich gar nicht mehr so beschaulich wie sonst. Wir saßen gerade bei Peter Hellmold zum Abendessen, draußen die üblichen Geräusche, laute Musik, Stimmen, Rufe, Motorräder, als unweit 4 Schüsse fielen. Die Situation war unheimlich. Es gab rundherum Tumult und Getöse und schon bald war in Erfahrung gebracht, was passiert war. Im Dorf gab es einen bewaffneten Überfall, ein kleines Lädchen wurde ausgeraubt. Die arme Frau hat ihre Tageseinnahme von ca. 50 Euro verteidigt und wurde zum Glück nur am Finger verletzt. Geschossen wurde offenbar „nur“ in die Luft. Den Tätern gelang die Flucht, doch von einigen Leuten wurden sie wohl erkannt. Unser Nachbar Nyangi hatte gleich den Wachmann der unserem Haus gegenüberliegenden Hospitalwerkstatt angerufen nach uns zu gucken, was ich sehr aufmerksam fand. Der war furchtbar aufgeregt, als er uns zu Hause nicht antraf und kam später extra noch einmal vorbei, um sich zu vergewissern, dass alles in Ordnung ist. Die Polizei war erstaunlich schnell zur Stelle und ein paar Tage später saßen die Täter hinter Gittern. Die Pistole blieb allerdings verschwunden.

Vor einigen Tagen wurde eine Frau auf dem Motorrad in`s Hospital gebracht, ein Bein baumelte herum, etliche Messerstiche, blutüberströmt, das Messer steckte noch im Hals. Ihr Ehemann hatte sie furchtbar zugerichtet. Dank sofortiger Operation und Bluttransfusion konnte sie gerettet werden und lag nun mit anderen Frauen im normalen Krankenzimmer, zwar noch schwach aber stabil. Sie würde sich erholen. Drei Tage später war das Hospital in helle Aufregung versetzt. Die Patienten werden von ihren Angehörigen versorgt und so brachte auch der Bruder der Frau das Abendessen – und Shamba-Medizin, wie die Leute ihre Spezialmixturen bezeichnen. 2 (!) Minuten später war die Frau tot – vergiftet. Alle stürzten sich auf den Mann, sperrten ihn in die Besenkammer und Wachmann Luhanjo wurde kurzerhand mit seinem Gewehr davor postiert. Ob der Bruder es nun besonders gut mit der Frau meinte, damit sie schnell wieder auf die Beine kommt oder ob die Familie glaubte, sie erhole sich nicht, liegt ihr nur noch auf der Tasche und wollte dies verhindern - wer weiß. Bei all`den verwendeten Wurzeln, Rinden und Blättern gilt natürlich: Die Dosis macht das Gift.

Die inzwischen hier in der Region halbwegs sesshaften Sukuma gelten wegen ihrer oft großen Kuhherden als vermögend. Oftmals haben sie auch verhältnismäßig viel Bargeld bei sich. Gestern Abend wurde ein Sukuma zusammengeschlagen und krankenhausreif verprügelt, nachdem er sich gerade an einer „Imbissbude“ irgendetwas zu essen kaufte. Offenbar wurde beobachtet, dass er Wechselgeld einsteckte und das sollte er loswerden. Beute: 8000 Tan. Shilling – ca. 4 Euro.

Trotz dieser Ereignisse der letzten Wochen fühlen wir uns hier nicht unsicher. Wahrscheinlich passiert viel mehr, von dem wir gar nichts mitbekommen und weit weniger als in den großen Städten oder anderen Ländern, nicht nur dieses Kontinents. Peter Hellmolds knapp 20- jährige Afrikaerfahrung trägt da auch zur Beruhigung bei. Er meint, er hätte noch nie erlebt, dass den in den Hospitälern arbeitenden „Wazungu“ etwas zugestoßen sei. Hoffen wir, dass es so bleibt.

B.







Donnerstag, 24. März 2011

Regen

Heute sollen wir 3500 Ltr. Diesel bekommen, es ist schon der dritte Versuch. Die Regenzeit hat begonnen und auf Lieferzusagen ist kein Verlass mehr. Es regnet jetzt fast täglich, natürlich nicht ununterbrochen - mal ein schöner Landregen, mal heftiger und manchmal mehr als heftig. Die Straße nach Ifakara war nach den letzten Ausbesserungen eigentlich ganz gut, was man so im Busch als „gute“ Straße bezeichnet. Die problematischen Stellen wurden aufgefüllt und Schlaglöcher beseitigt: dabei wird die Strecke aufgerissen, mit einem Grinder begradigt und schließlich gewalzt. Bis vor kurzem hat es richtig Spaß gemacht, mit dem Auto nach Ifakara zu fahren. Das Problem auf dieser Strecke ist, dass die Piste nur eine Fahrspur hat und an beiden Seiten abfällt. Begegnen sich zwei Fahrzeuge, fahren sie vorsichtig aneinander vorbei - jedenfalls in den meisten Fällen: die großen Lastwagen oder Busse bleiben oft auch mitten auf der Piste und dann ist man besser der Klügere, der nachgibt. Problematisch werden diese Begegnungen jetzt zur Regenzeit. Die Reifen der meisten Fahrzeuge sind völlig abgefahren und wenn ein Auto erst einmal in den Graben gerutscht ist.... Das nächste Fahrzeug versucht vorbeizukommen, rutscht ebenfalls zur Seite und die Piste ist für lange Zeit dicht - gestern sollen 6 Autos auf der Strecke liegengeblieben sein. Auf jeden Fall muss man jetzt wieder mit längeren Fahr- bzw. Liegezeiten rechnen. Außerdem gehören Gummistiefel, ein Haumesser für Gestrüpp und ein paar Bretter zum Unterlegen ins Auto. Die beste Lösung wäre: auf das Autofahren verzichten- leider lässt es sich nicht immer vermeiden.

Ausgesprochen angenehm sind jetzt die niedrigeren Temperaturen, tagsüber 25-30°C und auch nachts ist es nicht mehr so heiß; dafür werden die Wege zunehmend unpassierbar. Wo man vor wenigen Wochen noch mit dem Rad fahren konnte, sind jetzt Wasser und Schlamm- da ist an Radfahren nicht zu denken und wenn man nicht wie die Einheimischen barfuß durch den Schlamm waten will, kehrt man besser um.

Der Reis wird es verkraften

Die Reisfelder haben sich in eine Seenlandschaft verwandelt, gestern stand bei Peter Hellmold das Wasser rings um das Haus und die Kinder haben im Garten gebadet. Die schöne, neue Straße nach Malinyi ist auf etwa 300-500 Meter vom Wasser über- und teilweise komplett weggespült.

Die Straße nach Malinyi ist eine staubige Piste aber seit gestern erst einmal verschwunden

Vor einiger Zeit haben wir mit der Umsetzung eines neuen Müllkonzeptes begonnen und eine ordnungsgemäße Abfallgrube ausheben lassen: die Wände ordentlich gerade abgestochen und mit Reisig befestigt. Auch diese über 2m tiefe Grube ist seit gestern bis zum Rand voll Wasser gelaufen und wir haben jetzt einen schönen Teich auf unserem Gelände. Vielleicht sollten wir dort Fische züchten und dem Hospital eine zusätzliche Einnahmequelle verschaffen.

Müllgrube oder Fischteich?

Dabei ist das erst wieder der Beginn der Regenzeit, in den nächsten Wochen wird es noch mehr Regen und noch mehr Wasser ringsum geben. Aber wir werden es auch in diesem Jahr überstehen.

P.

Dienstag, 22. März 2011

Essen und Trinken

Die Versorgungssituation in Lugala ist mit der in Dar es Salaam, Morogoro oder selbst Ifakara nicht zu vergleichen. In der „heimlichen“ Hauptstadt Dar kann man so ziemlich alles kaufen und das Angebot in den riesigen Supermärkten unterscheidet sich kaum von denen in Deutschland oder anderswo in Europa. Dazu kommt das reiche Angebot an frischem Obst und Gemüse aus allen Landesteilen auf den bunten Märkten und Fisch sowieso. Dar ist Regierungssitz, alle Auslandsvertretungen und unzählige internationale Organisationen sind dort ansässig und kein "Mzungu" muss auf gewohnte Speisen oder kulinarische Köstlichkeiten verzichten.

In Morogoro gibt es einen gut sortierten Shop und einen ziemlich großen Markt: Fisch, Fleisch, Gemüse/Früchte, Töpfe, Eimer, Geschirr usw. und leider immer wieder chinesischer Plunder- alles ist zu haben. Ifakara ist noch eine Nummer kleiner, mit einem winzigen Shop mit überteuerten Waren und mit einem kleinen Markt, vor allem für Grundnahrungsmittel: Reis, Bohnen, Linsen, Mehl, Gemüse, Bananen ab und zu Fisch und Fleisch. Schließlich Lugala- hier gibt es gar nichts mehr und wir sind auf gute Vorratshaltung und Improvisation angewiesen. Das nächste Dorf Malinyi ist 3 km entfernt- auf dem Markt kann man den hier angebauten sehr guten Reis, Bohnen, Öl (in schlechter Qualität, es heißt einfach nur: Öl zum Kochen), Zwiebeln und Knoblauch, Weizen-/Maismehl, manchmal Bananen, Tomaten und Auberginen, selten Kartoffeln kaufen. Es gibt kein Brot, keine Möhren, Kohlrabi oder anderes Gemüse, kein Fleisch, keine Milch und Butter oder Käse schon gar nicht - aber immer irgendwelche Blattbüschel, die wie Spinat zubereitet werden. Das ist „mchicha“ und schmeckt auch manchmal so, je nachdem, welches Grünzeug gerade verarbeitet wird.

Wie kommt man zurecht? Vieles kaufen wir auf unseren ca. zweimonatlichen Fahrten auf Vorrat in Dar es Salaam, wie Nudeln, Oliven- und Sonnenblumenöl, Konserven, Kaffee, Butter (die wir in der Kühlbox transportieren), Obstsäfte, auch Wein und andere Dinge, wie z.B. Waschpulver. Wir haben auch einen kleinen Laden entdeckt, in welchem manchmal von Möchen hergestellter Käse aus einem Kloster im Süden des Landes angeboten wird.

Reis ist die tägliche Grundlage, ab und zu Kochbananen oder Ugali (entfernt mit Polenta vergleichbar, allerdings geschmacklos und der Sattmacher der Einheimischen), dazu Bohnen oder Auberginen. Aus Dar mitgebrachtes Weißkraut, Möhren oder Gurken sind etwas Besonderes. Am Wochenende leisten wir uns Spaghetti. Brot bäckt Emma, das gibt es zum Frühstück und selbstgemachte Mangomarmelade haben wir nun reichlich, auch sehr aromatischen Honig aus Taveta. Charles bringt morgens Milch, allerdings nur, wenn die Kuh genug Futter hatte und ausreichend Milch gibt. Sie ist sehr, sehr fett- den Rahm nehmen wir zum Verfeinern für die Bohnen und z.B. für Spagetti mit Thunfisch. Ab und zu wird frischer Fisch aus dem nahen Furua angeboten, eine Art Wels mit sehr gutem festen Fleisch. Geräuchert ist der dann auch in Malinyi auf dem Markt erhältlich. Wenn im Dorf ein Schwein geschlachtet wird - die Schweinchen werden kaum mehr als 50 kg wiegen- wird es mit der Panga, einem großen Allzweckmesser, in ca.1-2 kg Stücke zerteilt. Diese werden mit dem Fahrrad im Dorf ausgefahren und man sucht aus dem Eimer ein Stück aus. Das Fleisch ist ausgezeichnet aber leider wahllos zerhackt und zerfetzt. Während der Trockenzeit wird auch Antilope angeboten, ebenso zerstückelt mit dem Fahrrad ausgefahren. Wir wohnen am Rand des Selous- Nationalparks und niemand fragt, wo das Fleisch herkommt. Manchmal bringen die Leute Kokosnüsse, mit denen Emma das Mittagessen variiert, an Murmeln erinnernde Kartoffeln, Papaya oder Eier ins Haus. Bei denen sind wir allerdings skeptisch. Die liegen tagelang in der Wärme und es waren auch schon schlechte dabei. Wir verzichten lieber darauf und nehmen nur noch Eier, wenn Emma mal welche mitbringt. Ein Huhn kann man auch bekommen aber viel ist an denen nicht dran.

Obst gibt es der Jahreszeit entsprechend, Avocados von April bis Mai- im Moment werden sie gerade reif, danach Apfelsinen, später Papaya, dann Ananas und Mango. Bananen wachsen und reifen das ganze Jahr- dachten wir wenigstens bis jetzt. Im Moment gibt es gar kein Obst, nicht einmal Bananen. Während der Mangozeit war unser kühler Mango- Milch-Shake ein Genuss. Dafür hatten wir letztens extra unseren Mixer aus Deutschland mitgenommen, wie übrigens auch einige Salamis. Die letzte haben wir gerade angeschnitten. Damit ist das Angebot der kulinarischen Möglichkeiten ziemlich erschöpft. Es ist auch keineswegs so, dass es alles immer gibt, man muss nehmen, was gerade angeboten wird. Und meistens kommt der Wilderer mit dem Antilopenfleisch, wenn wir gerade einen Fisch erstanden haben.

Wenn jemand Reis mit roten Bohnen liebt- der lebt hier wie im Schlaraffenland. Bei Schokoladenliebhabern und sonstigen Naschkatzen stellten sich wohl recht bald Entzugserscheinungen ein. Süßigkeiten gibt es nicht.

Getrunken wird Tee oder Wasser, auch die sehr dicken Obstsäfte sind mit Wasser verdünnt sehr gut als Durstlöscher geeignet. Zum Glück gibt es hier keine Probleme mit der Wasserversorgung- zur Regenzeit eher zuviel. Gleich nach unserer Ankunft im letzten Jahr hatten wir einen Spezialfilter gekauft, mit dem das Leitungswasser gefiltert und entkeimt wird. Es schmeckt richtig gut. Außerdem gibt es natürlich, wie auch im letzten Winkel des Landes, Bier und Cola, Fanta, Sprite usw. Peter trinkt am liebsten das Castle-Bier, ich seltener, die Brausen kommen mir noch süßer als in Deutschland vor und so eignet sich Sprite am besten für Radler, was dann sehr erfrischend schmeckt, da man es in der hiesigen "Bar" immer (!) gekühlt bekommt.

Wir leben hier also recht gesund: überwiegend vegetarische Kost, wenn auch recht einseitig, nur ab und zu Fleisch und wenig Alkohol. Außerdem hat diese Ernährung einen angenehmen Nebeneffekt: man lernt die kleinen Dinge des Lebens wieder schätzen. Ein paar reife Tomaten oder Früchte, guter Käse oder ein Fisch- nichts ist hier alltäglich und man bekommt ein anderes Verhältnis zum Essen.

B.

Montag, 14. März 2011

Halbzeit in Lugala

Als wir vor genau einem Jahr nach langer Reise, mit Ifakara die letzte kleinstädtische Siedlung hinter uns lassend, mit klappriger Fähre den Kilombero überquert und jenseits des Flusses über denkbar schlechte Piste immer weiter in die Wildnis fahrend, endlich in Lugala eintrafen, waren wir ehrlich erstaunt über das hohe Niveau der medizinischen Versorgung in diesem Krankenhaus, so weit abseits des zivilisierten Lebens. Das hatten wir in dieser Abgeschiedenheit nicht erwartet. Das Lugala Lutheran Hospital bietet für über 100.000 Menschen, die bis zu 4 Tagesmärsche entfernt im Busch leben, umfassenden medizinischen Service, Behandlung, Gesundheitsvorsorge und -beratung und ist oftmals letzte Hoffnung, wenn die versprochene Heilung bei Medizinmann oder Kräuterfrau ausbleibt. Vor allem Frauen kommen, um hier sicher zu entbinden. Sehr frühe und der hier übliche hohe Anteil von Mehrfachschwangerschaften stellen ein nicht geringes Risiko dar, so dass diese Frauen neben Kindern die Hauptgruppe der Patienten bilden.

Ein für hiesige Verhältnisse gut ausgestatter Op und moderne Laborgeräte sowie eine dank der Spenden des Lugala-Arbeitskreises sichere Versorgung aller Patienten mit notwendigen Medikamenten ermöglichen Leistungen, die deutlich über eine medizinische Grundversorgung, die ein ländliches Krankenhaus bieten sollte, hinausgehen.

Trotz aller schon beschriebenen Schwierigkeiten und ungeachtet der prekären finanziellen Situation gab es im vergangenen Jahr keinen Stillstand, das Serviceangebot konnte für stationäre und ambulante Patienten erweitert und verbessert werden. Weiterbildung des klinischen Personals und umfangreiche bauliche Maßnahmen erlauben z.B. die Intensivpflege oder die Versorgung von Patienten mit Verbrennungen in eigens dafür eingerichteteten Räumen, wenngleich auch noch nicht alle Geräte einsatzbereit sind. So etwas braucht in Afrika nun einmal Zeit. Für ambulante Patienten ist jetzt eine Behandlung von Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauferkrankungen möglich. In den nächsten Tagen wird die Augenklinik eröffnet, die hierfür notwendige Ausstattung ist bereits angeschafft worden. Die Preise für medizinische Leistungen wurden weiter auf sehr niedrigem Niveau gehalten, für Medikamente knapp über dem Einkaufspreis, um so der einkommensschwachen und zum Teil auch mittellosen Bevölkerung medizinische Versorgung zu ermöglichen. Im Unterschied zu Government-Krankenhäusern wird in Lugala kein Patient abgewiesen, wenn er nicht bezahlen kann.

Außerdem baute SolidarMed im vergangenen Jahr zwei Einfamilienhäuser für Angestellte, damit ist die Wohnraumsituation allerdings noch nicht entspannt. Die Angehörigenunterkünfte, die sich in einem katastrophalen und menschenunwürdigen Zustand befanden, wurden umfassend renoviert, ebenso die sanitären Anlagen auf den Stationen. Gegenwärtig erhalten die Patientenzimmer auf der Kinderstation einen freundlichen Farbanstrich und werden mit Bildern verschönert.

Ob grimmig blickender Löwe
oder Giraffe auf rosa Wand-





kleinen und großen Patienten gefallen Motive und Farbwahl des Malers




Nicht zuletzt war die im Jahr 2009 eröffnete und mit dem Schuljahr 2010 um einen zusätzlichen Jahrgang erweiterte Nursingschool mit neuen Unterkünften, eigener Wasser- und Stromversorgung über eine separate Photovoltaikanlage ein bauliches Großverhaben.

Das Hospital wäre finanziell absolut nicht in der Lage, all diese Vorhaben durchzuführen. Ohne das SolidarMed-Engagement und die großzügige Schweizer Franken-, Euro- und Dollarunterstützung, hätte keine einzige dieser Maßnahmen realisiert werden können.

Einen Lichtblick zur Verbesserung der Einkommenssituation gibt es in diesem Jahr. Bisher erhalten lediglich 23 der insgesamt 80 Mitarbeiter ihr Gehalt von der tanzanischen Regierung, 3 werden über ein SolidarMed-Projekt bezahlt, der "Rest" muss vom Hospital aufgebracht werden. Dank der intensivierten Kontakte zum Gesundheitsministerium schien eine Anerkennung der tatsächlichen Bettenzahl und damit die Bezahlung der nach dem Schlüssel des Ministeriums zu beschäftigenden Mitarbeiter möglich. Zumindest hatte der seit Oktober neue Gesundheitsminister erstmals bei seinem Besuch in Lugala davon gesprochen, das Lugala Lutheran Hospital als sogenanntes Council Designated Hospital (CDH) oder sogar District Designated Hospital (DDH) anzuerkennen, man kann es mit Kreis- bzw. Bezirkskrankenhaus übersetzen. Der Status als CDH wäre mindestens angemessen und nach so vielen Jahren wirklich verdient. Diese Nachricht war erfreulich, aber zwischenzeitlich hat sich alles wieder relativiert. Doch auch mit der Einhaltung der nun aktuellen Zusage könnten wir vorerst gut leben. Die Regierung will alle Gehälter der medizinisch qualifizierten Mitarbeiter mit anerkanntem Zertifikat übernehmen, das wären immerhin schon gut zwei Drittel.

Schnell wird es mit der Umsetzung dieser Entscheidung trotzdem nicht gehen, und außerdem gilt für uns inzwischen der Grundsatz: Glaube nur, was du siehst oder in der Hand hältst.


B.

Donnerstag, 17. Februar 2011

Imprest

Wenn irgend etwas gekauft, repariert oder angefertigt werden muss, müssen wir unsere Handwerker, Angestellten oder den Fahrer als Mittler bemühen. Natürlich könnte man selbst nach Handwerkerleistungen oder „Dingen des täglichen Bedarfs“ fragen, aber wir sind nun einmal “wazungu“ und für uns gelten beim Einkauf oder für Dienstleistungen andere Preise – Weiße sind per se reich. Auf jeden Fall wird dann zuerst nach „imprest“ gefragt. Niemand hat hier genug Geld, um eine Leistung oder Ware vorfinanzieren zu können und braucht deshalb einen Vorschuss. Da es keine Festpreise gibt, wird jeder Vorschuss zur Verhandlungssache. Bei diesen Gesprächen erlebt man dann ein seltsames Phänomen: Wenn es um ihr eigenes Geld geht, rechnen die Angestellten mit jedem Pfennig. Da kann es schon einmal passieren, dass eine nurse bei der Gehaltszahlung vorrechnet, durch das erforderliche Auf- und Abrunden würde sie in drei Monaten knapp 500 Schilling (das sind etwa 25 Cent) verlieren. Eine Lohndifferenz von 1000Tsh wird mit Sicherheit bei der nächsten Lohnzahlung nachgefordert. Handelt es sich aber um das Geld des Hospitals- dann kennt die Großzügigkeit keine Grenzen. Die beantragten Vorschüsse sind oft einfach absurd. Da werden zum Beispiel, wie bereits erwähnt, für die Anfertigung von zwei Stühlen schon einmal 2kg Nägel und 2kg Lack aufgeschrieben, für den Bau einer kleinen Abwassergrube 1000 Ziegelsteine oder für 7 Fuhren Feuerholz 105 Liter Diesel (damit könnte man bis Dar es Salaam und noch ein Stück weiter fahren!!). Es gibt – wie immer- mehrere Gründe für diese in unseren Augen unverständlichen Forderungen.

Es ist, und das erlebt man auch in Deutschland, immer leicht, fremdes Geld auszugeben- wie das Sprichwort sagt: mit einem fremden Arsch kann man gut durchs Feuer gehen. Da kann es dann schon einmal vorkommen, dass der Prinzipal der nursing school sich für die Tür zu seinem Arbeitszimmer eine teure Designer-Türdrückergarnitur wünscht, die das 3-4 fache einer normalen kostet. Es ist nicht sein Geld- privat würde er sie niemals!! kaufen oder auch nur an einen Kauf denken. In der Vergangenheit hat sich nie jemand die Mühe gemacht nachzuprüfen, ob die beantragten Mengen auch wirklich gebraucht wurden. Um auf die Abwassergrube zurückzukommen: als wir in Lugala ankamen, lag neben jeder der in den letzten Jahren gebauten Gruben ein Haufen Ziegelsteine. Es wurden eben irgendwann einmal 1000 Steine bestellt, 700 wurden verbaut und der Rest blieb liegen und irgendwann war er überwachsen oder zerfallen. Niemand hat gesagt: 700 Steine reichen aus, diese Rückmeldung war auch nicht ausdrücklich verlangt worden und der leitende Arzt hatte mit Sicherheit anderes zu tun, als sich um den Bau von Abwassergruben zu kümmern. Doch es ist immer noch schwierig, den Bestellern die wirklich benötigte Menge klarzumachen und in Bezug auf die Steine hat das auch nur dann funktioniert, nachdem ich an einer Mauer gezeigt habe, wieviel man mit 1000 Ziegeln bauen kann. Die vielen herumliegenden Steine haben wir dann übrigens bei einer neuen Grube und in den Fußboden eines ganzen Hauses verbaut- und es waren immer noch welche übrig.

Anders ist es mit den schon erwähnten Nägeln, mit Farbe, Stiften, Batterien oder anderen Kleinigkeiten, die immer in großen Mengen angefordert werden. Soviel kann unmöglich verbraucht werden und mir fällt bei diesen Bestellungen immer ein Spruch aus der DDR ein: aus unseren Betrieben ist noch viel mehr herauszuholen. Was dann ja auch gemacht wurde- ich war da keine Ausnahme. Oder man einigt sich hier mit dem Verkäufer (der natürlich die volle Summe als erhalten quittiert) und teilt den Überschuss. So funktioniert das bei der Materialbeschaffung und wir haben den großen Vorteil, dass wir in unserem früheren Leben in einem sozialistischen System aufgewachsen sind und uns die Tricks und Beweggründe noch einigermaßen vertraut sind.
Bei „imprest“ werden aber auch gleichzeitig die Entlohnungen verhandelt und dabei wird es dann richtig spannend. Der Vorschussempfänger wird nämlich für den Auftrag cash worker anheuern und jeder Schilling, den er mehr raushandelt, ist sein Verdienst. Es gilt also abzuwägen: wie qualifiziert ist die Arbeit, wie ist der normale Tageslohn dafür und wieviel Zeit muss für die Erledigung veranschlagt werden. Um wieder bei unserer Abwassergrube zu bleiben: für den Bau der Grube wurden 100.000 Tsh aufgeschrieben. Das entspricht dem Monatsverdienst eines ungelernten Arbeiters - die geforderte Summe dem Arbeitslohn für 20 Tage. Man muss also vorrechnen, dass der Tagesverdienst 5.000 Tsh beträgt, ungefähr die für den Bau erforderliche Zeit erfragen und dann wird die Summe festgesetzt, plus einer Zugabe, denn irgendwie müssen am Ende alle Beteiligten zufrieden sein. Der gerade im Bau befindliche neue Fahrradunterstand ist ein weiteres Beispiel. Der alte war mehr als baufällig und die erste Imprestforderung für den Neubau betrug etwas über 1.6 Millionen. Eine aufwändige Dachkonstruktion, alles neu- wie gesagt: fremdes Geld spielt keine Rolle. Wir haben uns dann nach einigen Gesprächen auf eine einfachere Variante geeinigt und auch darauf, dass das Altmaterial wieder verwendet wird. Jetzt kostet der Bau knapp 200.000 Tsh. Erschwerend kommt hinzu, dass die Preise innerhalb des letzten Jahres um 20- 25 Prozent gestiegen sind. Bei unserer Ankunft kostete der Liter Diesel 1.600 Tsh, jetzt sind es 2.000 Tsh, der Preis für einen Sack Zement ist von 1.200 Tsh auf 1.500 Tsh gestiegen; auch diese Inflation muss natürlich berücksichtigt werden.
Bei diesen „Verhandlungen“, auch wenn Aufträge direkt an cash worker vergeben werden sollen, fällt auf, dass es für viele Einheimische oft schwierig ist, bestimmte Sachverhalte abstrakt zu sehen und auch die Konsequenzen zu bedenken. Wieder das Beispiel Grube: ich kann demonstrieren, wieviel Mauer man mit 1000 Ziegelsteinen mauern kann- beim Übertragen auf eine Mantelfläche wird es dann schon ausgesprochen schwierig. Oder wenn eine Mülldeponie vorbereitet werden soll. Dazu muss eine große Grube vorbereitet werden (wenn ich das bisher geschriebene lese: man könnte glauben, hier werden laufend Gruben ausgehoben...) dafür sind 500.000 Tsh veranschlagt. Das ist richtig viel Geld und die 2-3 beschäftigten Arbeiter können mit diesem Projekt gut verdienen. Sie werden dafür nicht einmal 4 Wochen brauchen. Zwei zuvor angesprochene Arbeiter wollten 1,2 Millionen Tsh, eine Summe, die sie sich wahrscheinlich gar nicht vorstellen können. Aber für das gebotene Geld arbeiten sie nicht und sitzen weiterhin zu Hause, ohne jeglichen Verdienst.

Das alles soll eigentlich nur einmal veranschaulichen, wie der tägliche Arbeitsablauf oft verkompliziert wird, dass es oft „interkulturelle Probleme“ gibt. Aber wir haben in dem einen Jahr hier auch gemerkt, dass man unmöglich unsere Welt mit der Welt der Einheimischen vergleichen und noch weniger übertragen kann. Vielleicht ist das auch gut so, denn es wäre doch schlimm, wenn am deutschen Wesen die ganze Welt genesen sollte.

P.